Ein österreichisches Märchen
Es
war einmal eine ältere Frau namens Antonia, die lebte im idyllischen Örtchen
Oberkappel im Mühlviertel. Eines Tages plagte sie die Langeweile. Auch das
Lesen der Kronen Zeitung konnte ihr keine Freude bereiten. Da auch das Wetter
zu schiach war, konnte sie nicht im Garten arbeiten. Nach einiger Zeit dachte
sie sich, wie schön es doch wäre, ihre drei alten Schulfreundinnen Sissi,
Maria und Helene wieder zu sehen. Spontan griff Antonia zum Telefon und rief
ihre drei Freundinnen an. Alle drei freuten sich sehr über Antonias Anruf und
sagten sofort zu, Antonia am nächsten Sonntag zum Kaffeekranzl zu besuchen.
Gepackt
von der Vorfreude entschloss sich Antonia, einkaufen zu gehen. Sie nahm sich
Jackerl und Tascherl und machte sich auf den Weg zur Billa.
Dort
angekommen kaufte sie allerhand Sachen wie Topfen, Schlagobers, Muich,
Karfiol, Gurkerl, Pfefferoni, Fisolen und Powidl. Als sie alles im
Einkaufskorb hatte, was sie brauchte, steuerte Antonia zur Kassa. Wieder
einmal ärgerte sie sich über die teuren Euro-Preise und wünschte sich den
guten, alten Schilling zurück. Sie packte ihre Sachen in ein Sackerl und
spazierte nach Hause.
Einen
Tag vor dem großen Wiedersehen entschloss sich Antonia, einen Kuchen mit
Marillen zu backen und nahm dazu eine Guglhupf-Form. Auch am nächsten Tag
roch es im ganzen Haus noch nach dem frisch gebackenen Kuchen.
Nachdem
Antonia am Sonntag Morgen aufwachte, fing sie an, letzte Vorbereitungen zu
treffen. Sie holte das schöne Geschirr aus dem Schrank und deckte den Tisch.
Endlich
war der Moment gekommen, als die alten Schulfreundinnen vor der Haustür
standen. Der Nachmittag verging wie im Flug, während die vier Frauen über
alle möglichen Dinge sprachen. Außerdem stießen sie mit einem Gspritzten
auf die guten, alten Zeiten an. Anschließend servierte die Gastgeberin ihren
Gästen eine Jause mit Zuckerln wie Erdäpfelsalat, Bratl, Topfenkas, Speck,
Quargelkas, Paradeiser, gelben Rüben und vielen anderen guten Dingen.
Die
Freundinnen nahmen sich fest vor, sich ab jetzt in regelmäßigen Abständen
zu treffen. Am Abend dachte sich Antonia, dass sie doch auch wieder einmal
ihre alte Freundin Veronika zu sich einladen könnte. Sie nahm sich fest vor,
sie gleich am nächsten Tag anzurufen.
Und
wenn sie nicht gestorben sind, dann sitzen sie alle noch heute gemütlich
beisammen.